Hilfe, ich muss in die Schule

Manche Kinder haben Schulangst – dagegen gibt es gute Hilfsmittel

INSA SANDERS

Berlin. Manche Kinder wollen nicht in die Schule. Schon beim Gedanken daran bekommen sie Bauchschmerzen und Schweißausbrüche. Was es mit der Schulangst auf sich hat und was man dagegen tun kann, erfährst du hier.

Schulanfängerin Lise wartet mit ihrem Papa vor der Schule auf den Unterrichtsbeginn am ersten Schultag. Manche Kinder gehen nicht so gerne zur Schule. In schlimmen Fällen nennt man das ­Schulangst.
Schulanfängerin Lise wartet mit ihrem Papa vor der Schule auf den Unterrichtsbeginn am ersten Schultag. Manche Kinder gehen nicht so gerne zur Schule. In schlimmen Fällen nennt man das ­Schulangst. Foto: Jens Büttner / DPA

Auf die Ferien freuen sich wohl die meisten Schulkinder. Aber wie sieht es aus, wenn die Schule wieder los geht? Freust du dich auf das neue Schuljahr? Oder hast du keine Lust oder sogar ein mulmiges Gefühl?

„Es gibt Kinder, die haben Angst vor der Schule, also vor schlechten Noten oder unfreundlichen Lehrern oder gemeinen Mitschülern. Das nennt man dann Schulangst“, sagt Eva Möhler. Sie ist Ärztin für Kinder und Jugendliche.

Eva Möhler kennt noch weitere Gründe für die Angst vor der Schule: „Wenn man zur Schule geht, lässt man ja die Eltern zu Hause.“ Auch diese Trennung könne zu Angst führen. Manche Kinder fühlen sich ohne Mama oder Papa nicht genug beschützt. Oder sie machen sich Sorgen, dass ihren Eltern etwas passiert, während sie in der Schule sind.

„Angst ist ein Gefühl, dass den Körper in einen Alarmzustand versetzt“, erklärt die Expertin. „Unser Herz schlägt schneller, wir atmen schneller und sind auch ganz unruhig und hampelig.“ Betroffene haben beim Gedanken an die Schule etwa Bauchschmerzen oder Kopfweh. Manche können auch nicht mehr gut schlafen. Sie werden ganz still oder das Gegenteil, aggressiv.

„Sich verstecken und zurückziehen, macht die Angst nur größer und hilft gar nicht“, sagt Frau Möhler. Wichtig sei es, sich einzugestehen, dass man Angst hat. „Denn Angst ist überhaupt nichts Böses oder Schlimmes, sondern ein wichtiges Signal für den Menschen, dass man auf irgendetwas aufpassen muss.“ Trotzdem kann die Angst uns belasten. Wenn sie richtig schlimm ist, solltest du unbedingt mit einem Erwachsenen darüber reden. Das können Eltern sein. Aber auch an Vertrauenslehrer oder Schulpsychologen kann man sich wenden.

Auch Erfolgserlebnisse können helfen. Dabei merkt man: Hey, ich kann das ja! Wichtig ist, dass man sich dafür Ziele setzt, die man auch erreichen kann. Ein weiterer Tipp der Expertin lautet: rausgehen, sich bewegen, Freunde treffen. „Also rennen, tanzen, hüpfen, Ball spielen oder auch einfach nur gehen. Dabei schüttet das Gehirn Spaßhormone aus und wir können auch besser schlafen.“ Frau Möhler sagt: „Ablenkung kann sehr wirkungsvoll gegen Kummer sein.“

Weser Kurier – 23.08.21

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