„Es gibt wirklich nichts, was nicht geht“

Wie der kleine Bär und der kleine Tiger ihren Erfinder Janosch zu einem berühmten Kinderbuchautor machten

SOPHIA REDDIG

Berlin. Gold, Silber und Rosa. Mit diesen drei Farben begann die außergewöhnliche Geschichte des Künstlers Janosch. Die Farben waren in einem Tuschkasten, den er sich als Dreijähriger zu Weihnachten gewünscht hatte. Bis aus dem kleinen Jungen einer der bekanntesten und erfolgreichsten Kinderbuch-Autoren Deutschlands wurde, sollte es aber noch eine ganze Weile dauern.

Janosch und seine beiden wohl wichtigsten Erfindungen: Der Autor posiert vor einem Bild, auf dem der kleine Bär und der kleine Tiger zu sehen sind.
Janosch und seine beiden wohl wichtigsten Erfindungen: Der Autor posiert vor einem Bild, auf dem der kleine Bär und der kleine Tiger zu sehen sind.

Janosch heißt eigentlich Horst Eckert. Er kam am 11. März 1931 zur Welt. Sein Start ins Leben war ziemlich hart. Janosch hatte es als Kind nicht leicht. Seine Familie war sehr arm. Sie hatten zu Hause weder Strom noch fließendes Wasser. Als Janosch im Grundschulalter war, begann außerdem der Zweite Weltkrieg.Erste Arbeit als Schmied

Schon mit 13 Jahren fing Janosch an zu arbeiten, jedoch nicht als Künstler, sondern als Schmied. Später schrieb er, dass er in dieser Zeit etwas Wichtiges gelernt habe: „Man brachte mir den wichtigsten Satz meines Lebens bei: Es gibt wirklich nichts, was nicht geht. Ich kann heute sagen, es gibt wirklich nichts, was nicht geht.“

Und so entschied er sich als junger Mann, sein altes Leben hinter sich zu lassen und Künstler zu werden. Gut geklappt hat das aber lange Zeit nicht. Sein Studium der Malerei brach er ab, niemand interessierte sich wirklich für seine Bilder. Auch als Schriftsteller hatte er zuerst keinen Erfolg.

Erst im Alter von 47 Jahren gelang ihm der Durchbruch mit dem Buch „Oh, wie schön ist Panama“. Bestimmt kennst du die Geschichte. Der kleine Bär und der kleine Tiger machen sich zusammen mit der Tigerente auf den Weg nach Panama.

Janosch wurde dadurch vor allem als Kinderbuchautor bekannt. Tatsächlich ist das aber nur ein klitzekleiner Ausschnitt aus seinem riesigen Werk. Hunderte Geschichten hat er in seinem Leben geschrieben und noch mehr Zeichnungen angefertigt, viele davon auch für Erwachsene.

„Janosch hat allen Generationen etwas zu sagen. Die Älteren wollen das aber leider oft nicht mehr hören“, sagt Ulrich Kypke. „Kinder sind dagegen offener und neugieriger. Ich glaube, deshalb mögen sie Janoschs Bilder und Geschichten so gerne. Da können Erwachsene echt noch was lernen.“

Ulrich Kypke hat viele Jahre eng mit Janosch zusammengearbeitet. Er beschäftigt sich mit all den Kunstwerken von Janosch. Und da kommt weiterhin Neues hinzu, auch wenn der Künstler bald schon 90 Jahre alt wird! Janosch will zwar keine Bücher mehr schreiben, aber er malt und zeichnet weiterhin. Immer noch mit dabei sind in seinem Farbkasten: Gold, Silber und Rosa. „Diese Farben waren und sind noch heute die Farben, mit denen ich am liebsten male“, hat Janosch dazu geschrieben.

WESER-KURIER 26.02.21

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