Mit einem Schatzsucher unterwegs

Torsten Dietrich-Pöller hofft auf spektakuläre Funde, wenn er mit seinem Metalldetektor über Felder läuft

So sieht er aus, der Metalldetektor: Mit diesem Gerät sucht Torsten Dietrich-­Pöller den Boden von Äckern und Feldern nach Schätzen ab.

So sieht er aus, der Metalldetektor: Mit diesem Gerät sucht Torsten Dietrich-­Pöller den Boden von Äckern und Feldern nach Schätzen ab.MICHAEL BILLIG

Leipzig. „Piiieeep!“ Da ist was, versteckt in der Erde auf dem Acker. Das Geräusch verrät es Torsten Dietrich-Pöller. Was genau da liegt, weiß er noch nicht. Er muss das Fundstück erst ausbuddeln. Klar ist aber: Es besteht aus Metall. Thorsten Dietrich-Pöller ist mit einem speziellen Suchgerät unterwegs: einem Metalldetektor. Damit findet er Dinge, die wie vergrabene Schätze in der Erde liegen. Manche nennen solche Geräte auch Metallsonde. Hobbyschatzsucher wie Herr Dietrich-Pöller werden deshalb auch Sondengänger genannt.

So ein Metallsuchgerät besteht aus drei Teilen: der Sonde, dem Gestänge und einem Display, also einem Bildschirm. Die Sonde am unteren Ende des Geräts ist am wichtigsten. Sie besteht aus einer Metallspule. Wenn Torsten Dietrich-Pöller den Detektor einschaltet, erzeugt diese Spule mit Hilfe von Strom ein unsichtbares magnetisches Feld. Schwenkt er dieses Feld dann dicht über der Erde, erkennt es metallhaltiges Material. Und dann piepst es.

Über Gestänge und Kabel ist die Sonde mit dem Display verbunden. Darauf sieht Torsten Dietrich-Pöller beispielsweise, wie weit unten der Fund liegt. Sein Gerät kommt dabei bis zu 50 Zentimeter tief. Beinahe jede Woche ist der Sondengänger auf Schatzsuche auf einem Acker. Er hat auch schon viel entdeckt: zum Beispiel alte Gewehrkugeln, Knöpfe, Abzeichen und Münzen. Auch verloren gegangene Schlüssel, Eheringe aus Gold und anderen Schmuck hat Torsten Dietrich-Pöller schon wiedergefunden. Schatzsucher mit einem Metalldetektor müssen aber vorsichtig sein. Denn manche Funde können gefährlich sein. An einigen Orten liegt zum Beispiel noch Munition aus dem Krieg im Boden.

Es gibt aber noch einen anderen Grund: Ein Fund könnte sehr wertvoll sein. Er sollte also nicht beschädigt werden. Auch der Fundort ist wichtig, um die Geschichte zu erforschen. Deshalb gelten für Hobbyschatzsucher Regeln. Je nach Bundesland unterscheiden sie sich etwas.

Diesmal liegt das Metall in einem abgeernteten Maisfeld ungefähr zehn Zentimeter tief. Herr Dietrich-Pöller holt einen kleinen Spaten aus einer Tasche und gräbt er damit im Boden herum. Seine Bewegungen sind vorsichtig. Er will den Fund nicht beschädigen. Nach wenigen Spatenstichen kommt er zum Vorschein: ein Stück Schrott. Es ist verrostet, Erde klebt daran.

Was das mal war, kann Herr Dietrich-Pöller nicht erkennen. „Vermutlich ein Teil von einem Pflug, vermutlich abgebrochen“, sagt er. Fetzen von Alufolie, verrostete Dosen und anderen Schrott findet Torsten Dietrich-Pöller häufig. Auf einen großen Schatz ist er noch nicht gestoßen. Sein wertvollstes Stück war eine fast 400 Jahre alte Silbermünze. „Sie wurde im Jahr 1637 geprägt. Die Jahreszahl war sehr gut zu erkennen“, erinnert sich der Hobbyschatzsucher.

Herr Dietrich-Pöller sucht in der Umgebung der Stadt Leipzig im Bundesland Sachsen. Dort dürfen nur Erwachsene mit einem Metalldetektor nach Schätzen jagen. Sie brauchen eine extra Genehmigung. Und was er findet, gehört ihm nicht. Er muss seine Funde abgeben und untersuchen lassen. Nur was für die Wissenschaft unbedeutend ist, bekommt er zurück.

Lockerer sind die Regeln beispielsweise im Bundesland Bayern. Dort braucht man keine Erlaubnis. Fundstücke muss man melden, aber nicht abliefern. Manche Fachleute fänden strengere Regeln besser. Ganz behalten darf man die Funde allerdings auch nicht. Die Hälfte gehört dem Eigentümer des Stück Landes, wo etwas gefunden wurde.

Weser Kurier 02.01.214

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