Auch in Deutschland brodelt es

In der Eifel gibt es schlafende Vulkane – Messgeräte kontrollieren Bewegungen des Erdbodens

STEFANIE PAUL

Potsdam. Vulkane? Die gibt’s doch nur auf Island, Hawaii und an anderen Orten, die weit weg sind. Von wegen! Auch in Deutschland gibt es Gegenden, die vulkanisch aktiv sind. Vor einem Vulkanausbruch muss man aber keine Angst haben.

Hier siehst du das Pulvermaar in der Eifel. Maare sind Vertiefungen in der Erde, die wie Trichter aussehen. Sie entstanden bei Vulkanausbrüchen.
Hier siehst du das Pulvermaar in der Eifel. Maare sind Vertiefungen in der Erde, die wie Trichter aussehen. Sie entstanden bei Vulkanausbrüchen.

Wenn es um Vulkane geht, dann gehört Indonesien zu den absoluten Spitzenreitern. Auf den Inseln des Landes in Asien brodeln mehr als 100 Vulkane! Ausbrüche sind jederzeit möglich. Aus dem Fernsehen kennt man die Bilder mit riesigen Rauchwolken und Kratern mit spuckender Lava. Zuletzt konnte man das vor einigen Wochen beobachten. Da brach nämlich mal wieder ein Vulkan in Indonesien aus.

Puh, gut, dass Indonesien viele Tausend Kilometer weit weg ist. Aber wusstet du, dass es auch in Deutschland Vulkane gibt? Aber keine Bange. Die meisten sind vor mehreren Millionen Jahren zum letztem Mal ausgebrochen – daher gelten sie als erloschen. Die Mittelgebirge Kaiserstuhl in Baden-Württemberg und Vogelsberg in Hessen etwa sind durch Vulkane entstanden.

Auch der Laacher See in Rheinland-Pfalz war einmal ein Vulkan. Zuletzt brach er vor etwa 13 000 Jahren aus. Ein gewaltiger Ausbruch muss das damals gewesen sein. Die Spuren der ausgestoßenen Asche konnte man noch in Südschweden und Norditalien nachweisen. „Unter dem heutigen See gab es eine große Kammer mit Magma. Diese Kammer ist eingebrochen und es entstand eine Caldera, also ein Vulkankrater“, erklärt der Fachmann Thomas Walter.

Dieser Krater hat sich dann im Laufe der Zeit mit Wasser gefüllt. Das Besondere am Laacher See: Er blubbert! Denn aus dem Untergrund steigt das Gas Kohlenstoffdioxid auf. In Verbindung mit Wasser wird es zu Kohlensäure. Sie lässt zum Beispiel den Sprudel immer so schön blubbern.

Fachleuten verrät das aufsteigende Gas aber etwas ganz anderes: Der Laacher See liegt nämlich in der Eifel, einem aktiven Vulkangebiet in Deutschland. Vor Kurzem haben Forscher festgestellt, dass die Eifel sogar deutlich aktiver ist, als man bisher dachte. „Man hat ein Knistern festgestellt. Es gab viele kleine Erdbeben in großer Tiefe, die nach und nach immer weiter nach oben gewandert sind“, verrät der Fachmann.

Das ist ein Hinweis darauf, dass neues Magma nach oben steigt. Außerdem haben die Forscher beobachtet, dass sich der Erdboden in der Eifel hebt und dehnt. Das alles sind Hinweise auf vulkanische Aktivität. Doch Thomas Walter beruhigt. „Mit einem Ausbruch müssen wir erst mal nicht rechen“, sagt der Experte. Das könnte wohl erst in vielen Tausend Jahren passieren.Ständig unter Beobachtung

Allerdings können Vulkanausbrüche sehr gefährlich sein. Häuser, Dörfer und ganze Städte können dabei zerstört werden. Deshalb versuchen Forscher weltweit, Vulkane möglichst gut zu überwachen und Ausbrüche vorherzusagen.

Die Fachleute messen zum Beispiel die Temperatur und kontrollieren die Bewegungen des Erdbodens. Hebt sich dieser etwa oder hat er sich gesenkt? Auch die Menge von Gasen wird gemessen. Zum Teil beobachten die Forscher die Vulkane dazu aus der Luft, mit Drohnen oder Satelliten. Aber auch Kameras direkt am Vulkan kommen zum Einsatz.

Wenn die Forscher denken, dass ein Ausbruch bevorsteht, können sie warnen und die Menschen sich in Sicherheit bringen. Die genaue Vorhersage von Vulkan-Ausbrüchen ist aber nur bedingt möglich.

Weser Kurier 30.12.20

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